Als letztes Jahr das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf gegen die sogenannte Scheinselbstständigkeit beschlossen hat, konnte ich bei einigen meiner Auftraggeber eine deutliche Verunsicherung bemerken. Wann eine Scheinselbstständigkeit überhaupt vorliegt, welche Konsequenzen daraus entstehen und wie man diese vermeiden kann, habe ich daher noch einmal auf der Website vom Bundesverband der Freien Berufe e.V. und auf dem Portal FÜR-GRÜNDER.DE nachgelesen:

Die wichtigsten Merkmale einer Selbstständigkeit sind das Bestehen des eigenen unternehmerischen Risikos, die freie Verfügbarkeit über die eigenen Arbeitskraft und die freie Gestaltung meiner beruflichen Tätigkeit. Dementsprechend kann bereits eine Scheinselbstständigkeit vorliegen, wenn ich durchgehend feste Arbeitszeiten einhalten muss, ausschließlich nach Anwesisung arbeite, sich mein Arbeitsplatz überwiegend in den Räumen meines Kunden befindet, ich eine personifizierte Mail-Adresse oder Visitenkarte vom Auftraggeber oder ein vorgegebenes Zeiterfassungsprogramm nutzen soll. Komischerweise sind das aber alles genau die Dinge, die sich nicht wenige meiner potenziellen Freelance-Auftraggeber so vorstellen. Kann ich daraus schließen, dass die sich alle nicht richtig über das Thema informiert haben?

Losgelöst von den rechtlichen Aspekten habe ich mich ehrlich gesagt hauptsächlich deshalb selbstständig gemacht, weil ich in eben solchen festen Arbeitnehmerstrukturen nicht besonders gut arbeiten kann! Falls mir also in Zukunft wieder so ein unflexibler Freelance-Job angeboten wird, werde ich den potenziellen Auftraggebern einfach mit folgendem Argument von FÜR-GRÜNDER.DE ein bisschen Angst machen und dadurch die Arbeitsbedingungen zugunsten meiner unternehmerischen Freiheit wenden: „Wird eine vorsätzliche Scheinselbstständigkeit nachgewiesen, sind Bußgelder, Gefängnisstrafen und Rückzahlungsforderungen für bis zu 30 Jahre möglich.“